Lydie Auvray 

Inteview 1988

Aus dem Inhalt:

A
Ja, wie ich klein war hab ich angefangen – also ich glaub als ich 8 war oder so
F
Wollten Sie Akkordeon
A
Ich wollte gern Akkordeon – mein Vater mochte Akkordeon unheimlich gern – das war damals populär bei den kleinen Leuten
F
Das Akkordeon ist ja eigentlich als Instrument ziemlich mit Vorurteilen belastet – also ich denk da so an Ausdrücke wie „Schifferklavier" oder
A
Quetschkommode
F
Quetschkommode, genau, hat sie das eigentlich beim Musikmachen – also als dann das Musikmachen ernster wurde für sie - beeinflußt also ich meine daß sie davon weg wollten von diesem Eindruck
A
Jaja, das hat mich schon herausgefordert, weil ich hab wie gesagt als Kind gelernt und in der Pubertät zum Beispiel hab ich aufgehört weil einfach ich wurde immer gehänselt also von meinen Freundinnen und so, weil Akkordeon war ja nicht modern, das war nicht in,
F
Und dann haben Sie Guitarre gelernt
A
Dann hab ich erst mal Guitarre gelernt – und dann später in Berlin als ich wieder mit dem Akkordeon mehr oder weniger zufällig wieder angefangen hab zuhause gespielt hab meinen Ex Mann dann begleitet und so bei seinen Liedern - der war Liedermacher - und dann hab ich gemerkt wieder, das ist mein Instrument, dass ich das nicht absprechen kann, und dann war das eine Herausforderung für mich – also zu zeigen daß das eben ein tolles Instrument ist und was man alles damit machen kann.
F
Ja, das ist schon ein ein ganz merkwürdiges Instrument weil mit keinem anderen Instrument kann man die musik auch körperlkich so ausdrücken, wie mit dem Akkordeon – spielt das auch - also wenn man die Musik macht - hat man dann das auch so im Gefühl, daß man also die Musik praktisch fühlt“
A
Ja, na sicher, also grad das Akkordeon das hat man nun wirklich auf dem Bauch, also das ist schon von der Haltung, das ist ein ganz enger Klörperkontakt zum Instrument, also das ist sehr viel – als zum Beispiel bei Guitarre, wo man so ein kleines Stück Holz auf der Hüfte hat oder so also beim Akkordeon hat man es wirklich so vor sich und man fühlt auch, also man – ich fühle die Vibration im Akkordeon. Und das ist klar daß man dann also mit dem ganzen Herz auch spielt.

Ein Bericht von Michael Plümpe, 1988, Archiv ergo-film